12. März 2022 / Aktuell

Medizinische Versorgung für Geflüchtete aus der Ukraine

Erstuntersuchungen finden nun auch Am Brill statt

Viele Menschen fliehen derzeit vor dem Krieg in der Ukraine, darunter vor allem Frauen und Kinder. Auch in Bremen kommen täglich Ukrainerinnen und Ukrainer aus dem Kriegsgebiet an. Die unterschiedlichen Ressorts im Land Bremen arbeiten seit Ausbruch des Kriegsgeschehens daran, die Aufnahme und Versorgung der Geflüchteten zu organisieren. Dem Gesundheitsressort obliegt dabei die medizinische Erstversorgung. Gemeinsam mit den Gesundheitsämtern in Bremen und Bremerhaven, den Hilfsorganisationen vom Deutschen Roten Kreuz, der Johanniter-Unfall-Hilfe und dem Arbeiter Samariter Bund sowie der Stabstelle Impfen wurden in den vergangenen Tagen Vorkehrungen getroffen, den Geflüchteten sowohl Erstuntersuchungen als auch Impfangebote unkompliziert und ohne Zugangsbeschränkungen zu ermöglichen.

"Der grausame Krieg in der Ukraine zwingt viele Menschen zur Flucht. Uns kommt die Aufgabe zu, die gesundheitliche Versorgung dieser Menschen hier in Bremen sicherzustellen. Mein besonderer Dank gilt allen Helferinnen und Helfern, die sich seit der Ankunft der Geflüchteten dafür engagieren, die Erstuntersuchungen und Impfangebote so schnell auf die Beine zu stellen. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag haben die Hilfsorganisationen das Impfzentrum so umgebaut, dass ein Teil der Impfkabinen als mobile Behandlungszimmer genutzt werden können. Der Zusammenhalt und die Hilfsbereitschaft der Helferinnen und Helfer sind großartig und darauf bin ich sehr stolz. Dabei hat sich bereits in den vergangenen zwei Jahren gezeigt, wie gut Behörden und Hilfsorganisationen zusammenarbeiten. Nun konnten vorhandene Strukturen genutzt und angepasst werden, um die medizinische Versorgung der geflüchteten Menschen aus der Ukraine zu gewährleisten", so Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard.

Erstuntersuchungen Am Brill am Donnerstag gestartet
Das Gesundheitsamt Bremen stellt Geflüchteten, die in der Erstunterkunft für Geflüchtete aufgenommen werden weiterhin und wie gewohnt die medizinische Erstuntersuchung und die Versorgung in den zentralen Aufnahmestellen für Geflüchtete sicher. Darüber hinaus sind aktuell Geflüchtete auch in den Messehallen untergebracht. Um die Erstuntersuchungen für diese Personengruppe sicherzustellen, wurde in den vergangenen Tagen das Impfzentrum Am Brill umgerüstet. Das Gesundheitsamt Bremen, die Hilfsorganisationen sowie die Stabstelle Impfen haben dafür in den vergangenen Tagen kurzfristig die Abläufe und Räumlichkeiten Am Brill so hergerichtet, dass sowohl die Impfungen gegen Corona, als auch die Untersuchungen stattfinden können. Das Deutsche Rote Kreuz hat einen Shuttle-Service eingerichtet, um die Personen für Erstuntersuchungen in das Impfzentrum Am Brill zu fahren.

Neben dem Angebot für Erstuntersuchungen im Impfzentrum Am Brill versorgen ärztliche Teams des Gesundheitsamts auch die Menschen in der Zentralen Aufnahmestelle für Asylbewerber und Flüchtlinge im Lande Bremen (ZASt). Akut erkrankte Personen erhalten prioritär Zugang zu den Erstuntersuchungen. Medikamente werden ebenfalls ausgegeben. Dazu Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard: "Wir sind jetzt in der Situation, dass wir die vorhandenen Strukturen, die sich in den vergangenen Monaten durch das Impfen gegen Corona etabliert haben, sehr schnell und sehr gut auf die Untersuchungen für die Geflüchteten übertragen konnten. Die Kolleginnen und Kollegen im Impfzentrum waren sofort bereit zu unterstützen. Selbst nach zwei Jahren Pandemie sind alle bereit ihre bisherige Arbeit ruhen zu lassen und bei der Versorgung der Geflüchteten zu helfen. Dafür kann ich nur meinen größten Dank an die Kolleginnen und Kollegen im Impfzentrum, im Gesundheitsamt Bremen und der Hilfsorganisationen aussprechen."

Impfungen gegen das Corona-Virus
Um einer Ausbreitung der Pandemie vorzubeugen und einen möglichst milden Verlauf bei einer Covid-19-Erkrankung deutlich wahrscheinlicher zu machen, bieten Impfungen nach wie vor den besten Schutz. Das gilt auch für Geflüchtete. "Wir halten die Impfangebote so niedrigschwellig wie möglich. Wer sich auf der Flucht befindet hat andere Sorgen, als an seinen Impfpass oder eine Versichertenkarte zu denken. Daher ist es uns ganz wichtig, den Impfvorgang so einfach und unbürokratisch wie möglich zu halten", sagt Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard.

Wer bereits mit einem, in der EU nicht zugelassenen Impfstoff (z.B. Sputnik, Sinovac, Sinopharm) geimpft wurde, kann nach einem zeitlichen Abstand von mindestens 28 Tagen zur letzten Impfung eine neue Impfserie mit einem in der EU zugelassenen Impfstoff starten. Gesundheitlich gibt es keine Bedenken einer neuen Impfserie, allerdings werden die zu impfenden Personen darauf hingewiesen, dass verstärkt Impfreaktionen auftreten können. Zur Auswahl stehen dabei die mRNA-Impfstoffe BioNTech und Moderna, sowie die Impfstoffe Johnson&Johnson und Novavax. Für die Impfungen in den Impfzentren, in den Impfstellen oder durch die Impftrucks oder mobilen Teams wird kein Impfpass benötigt. Personen, die genesen sind können vier Wochen nach der Labordiagnose ebenfalls geimpft werden.

Die Erstuntersuchungen richten sich nur an Geflüchtete, die in einer Einrichtung für Geflüchtete leben. Impfungen gegen Corona werden auch unabhängig vom aktuellen Wohnort angeboten.

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