5. März 2023 / Weltnews

Australische Spinne nach Kultband Abba benannt

Bei der Benennung neuer Arten beweist ein Forscherteam in Australien Kreativität - nach ihren Ehefrauen und einem Fußballer sind nun die berühmten Schweden Agnetha, Björn, Benny und Anni-Frid an der Reihe.

Mamma Mia! Australische Spinnenforscher haben eine neu entdeckte Art aus dem Spinnenreich nach der schwedische Kultband Abba benannt.

Abba, die Spinne: Australische Spinnenforscher haben die schwedische Kultband im Namen einer Gruppe von Kugelweberspinnen verewigt. Abba sei eine der Lieblingsbands der beiden Wissenschaftler Volker Framenau und Pedro Castanheira von der Murdoch Universität in Perth, hieß es in einer Mitteilung der Hochschule.

Bisher sei aus der neu benannten Gattung nur eine Art bekannt, Abba transversa. Die nur drei bis vier Millimeter große Spinne sei in den Küstengebieten von New South Wales und Queensland beheimatet.

Abba sorgte für Unterhaltung

«Der Gattungsname ehrt die schwedische Popgruppe ABBA, deren Songs und die nachfolgenden Musicals Mamma Mia! (2008) und Mamma Mia - Here We Go again! (2018) für stundenlange Unterhaltung bei den Autoren sorgten», heißt es in der Studie der beiden Forscher in der Fachzeitschrift «Evolutionary Systematics». Die Art war demnach bereits 1912 in Australien entdeckt, aber erst jetzt wissenschaftlich korrekt beschrieben worden. Zuvor sei sie der Gattung Araneus zugeordnet gewesen, die von früheren Spinnenforschern gern mal als «Abladeplatz» für nicht eindeutig zuordenbare Arten verwendet worden sei.

Insgesamt gibt es den beiden Forschern zufolge derzeit 230 beschriebene Arten in der Familie der Kugelweberspinnen (Araneidae), die in 46 Gattungen unterteilt werden. Für die Beschreibung der Gruppe seien in 15 Jahren 12.000 Belege in australischen Museen und Sammlungen in Übersee ausgewertet worden. «Insgesamt sind in Australien etwas mehr als 4000 Spinnenarten beschrieben und nach Schätzungen noch zwischen 10.000 bis 15.000 Arten unbenannt», sagte Framenau der Deutschen Presse-Agentur.

Vorliebe für besondere Namen

Spinnen der Familie Araneidae sind dafür bekannt, dass sie kugelförmige Netze bauen. Die neue Gattung unterscheidet sich von anderen Gruppen der Familie durch zwei dunkle Flecken auf dem Körper und durch typische Haare auf dem ersten Beinpaar der Männchen.

Schon zuvor hatten Framenau und Castanheira eine Vorliebe für besondere Namen gezeigt: Zu Ehren des Fußballs und der australischen Sportlegende Johnny Warren nannten sie eine Kugelweberspinnen-Art Socca johnnywarreni, wie die Murdoch Universität Ende vergangenen Jahres berichtete. Auch die Art Socca arena gibt es demnach nun.

Verewigt wurden der Universität zufolge in Artnamen zuvor auch schon die Ehefrauen beider Forscher. Das Benennen von Spinnen könne faszinierend sein, wird Castanheira zitiert - wie bei Socca elvispresleyi: «Als wir sahen, dass ein Teil der männlichen Genitalien genau wie Elvis' Haare aussah, gab es nur einen Namen, den wir ihr geben konnten.»


Bildnachweis: © Volker W. Framenau/Murdoch University/dpa
Copyright 2023, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Personal im Schwimmbad verprügelt
Einsätze

Bislang unbekannte Täter griffen am Mittwoch Mitarbeiter eines Schwimmbades in der Neustadt an und verletzten sie.

weiterlesen...
12. Juni: Informationstag für Studieninteressierte an der Universität Bremen
Veranstaltung

Am Informationstag– kurz: isi – stellen sich alle grundständigen Bachelorstudiengänge vor.

weiterlesen...
Leistungshalbleiter: Weltweit bedeutendste Konferenz in Bremen
Veranstaltung

Die Konferenz wandert zwischen den Kontinenten und findet nur alle vier Jahre in Europa statt.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Interesse an Serienmörder Fritz Haarmann ungebrochen
Weltnews

Vor 100 Jahren wurde der Verbrecher in Hannover verhaftet und rund zehn Monate später wegen des Mordes an mindestens 24 Jungen und Männern zum Tode verurteilt. Welche Spuren gibt es heute noch?

weiterlesen...
Raubbau an der Natur? Studie widerlegt These zur Osterinsel
Weltnews

Die Osterinsel gilt als Paradebeispiel für einen Ökozid: Die polynesische Gesellschaft dort soll sich selbst zugrunde gerichtet haben. Doch neue Erkenntnisse ziehen das in Zweifel.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Interesse an Serienmörder Fritz Haarmann ungebrochen
Weltnews

Vor 100 Jahren wurde der Verbrecher in Hannover verhaftet und rund zehn Monate später wegen des Mordes an mindestens 24 Jungen und Männern zum Tode verurteilt. Welche Spuren gibt es heute noch?

weiterlesen...
Raubbau an der Natur? Studie widerlegt These zur Osterinsel
Weltnews

Die Osterinsel gilt als Paradebeispiel für einen Ökozid: Die polynesische Gesellschaft dort soll sich selbst zugrunde gerichtet haben. Doch neue Erkenntnisse ziehen das in Zweifel.

weiterlesen...
ANZEIGE – Premiumpartner