15. November 2023 / Kultur

Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung: Die Universität Bremen hat ein neues Leitbild

In seiner Sitzung vom 15. November 2023 beschloss der Akademische Senat einstimmig den Entwurf des Lenkungskreises in zweiter Lesung.

Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung: Die Universität Bremen hat ein neues Leitbild

Die Universität Bremen hat ein neues Leitbild. In seiner Sitzung vom 15. November 2023 beschloss der Akademische Senat einstimmig den Entwurf des Lenkungskreises in zweiter Lesung. Mit dem neuen Leitbild soll den aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen Rechnung getragen werden. Im Fokus steht die Nachhaltigkeit und die damit verbundene gesellschaftliche Verantwortung der Universität.

Die Universität Bremen knüpft mit ihrem neuen Leitbild an eine lange Tradition an. „Gesellschaftliche Verantwortung ist das grundlegende Leitprinzip der Universität Bremen seit ihrer Gründung“, betont Rektorin Jutta Günther. „Für uns bedeutet das, nachhaltig und klimagerecht zu handeln. Wir bekennen uns zu unserer gemeinsamen Verantwortung für die weltweit notwendigen sozialen und ökologischen Veränderungen, für Demokratie, Vielfalt und Gerechtigkeit.“

Ein neues Leitbild für die Zukunftsthemen

Die Überarbeitung des über 20 Jahre alten Leitbildes sei unter anderem notwendig geworden, weil das Thema Klimagerechtigkeit hohe Bedeutung bekommen habe: „Die Welt verändert sich. Das muss sich auch in unserem Leitbild widerspiegeln“, davon ist die Rektorin überzeugt und stellt klar: „Die Hinwendung zum Thema soll keineswegs die wissenschaftliche Kreativität eingrenzen, sondern erwächst aus unserem Auftrag, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen.“ Es sei ein interdisziplinäres Gesamtprojekt.

Es soll dabei nicht nur die naturwissenschaftliche Seite beleuchtet werden, sondern neben der ökologischen auch die soziale und ökonomische Dimension von Nachhaltigkeit. „Der Erhalt der natürlichen Lebensgrundlage ist eine drängende globale Herausforderung. Bei der Problemlösung sind die Geistes- und Sozialwissenschaften ebenso gefragt wie die Natur- und Technikwissenschaften.“

Die Universität Bremen sieht sich den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen verpflichtet und setzt sich für einen gesellschaftlichen Wandel ein, der soziale und ökologische Aspekte als gleichwertig begreift. So sieht der Plan des Rektorats aus: „Wir formulieren unsere Ziele und setzen sie in konkreten Maßnahmen um. Wir entwickeln dabei unsere universitären Strukturen weiter und fördern in der Universität eine Kultur der Nachhaltigkeit.“

Der Weg zum neuen Leitbild

Das neue Leitbild der Bremer Universität wurde unter breiter Beteiligung aller Statusgruppen in einem sehr konstruktiven Prozess leidenschaftlich diskutiert und formuliert. Bereits im April 2022 richtete der Akademische Senat eine Kommission für Nachhaltigkeit, Klimagerechtigkeit und Klimaneutralität ein, die wesentliche Vorarbeiten leistete. Rektorin Jutta Günther glaubt, dass die Mehrheit der Universitätsangehörigen hinter dem Text stehen: „Ich bin sehr froh, dass wir nach einer konstruktiven Diskussion nun ein neues Leitbild haben, mit dem sich alle Statusgruppen identifizieren können.“

Der Wortlaut des Leitbildes:

Anspruchsvoll forschen, lehren und studieren

Als Universität sind wir der Wahrheit und der Suche nach Erkenntnis verpflichtet. Mit vielfältigen Kompetenzen und einer ergebnisoffenen Haltung bearbeiten wir fachspezifische und fächerübergreifende Fragestellungen in hoher Qualität. Wir stehen für Grundlagenforschung und anwendungsbezogene Forschung, die sich bei der Suche nach neuem Wissen und fundierten Lösungen einander ergänzen und bereichern. Wissenschaftliche Neugier und unvoreingenommenes, selbstbestimmtes Denken sind zugleich Motive für Erkenntnisgewinn und universitäres Lernen.

Wir verknüpfen Forschung und Lehre mit dem Ziel, sich wechselseitig zu inspirieren. Im Zentrum unseres Lehrprofils steht das in der Universität etablierte Forschende Lernen, mit dem wir einen konstruktiven Austausch, kritisches und unkonventionelles Denken und gemeinsame wissenschaftliche Arbeit motivieren und fördern. Die sozialen, ökologischen und technologischen Herausforderungen unserer Zeit sind vielfältig und eng miteinander verknüpft.

Im Zusammenwirken mit kooperierenden Einrichtungen gewinnen wir neues Wissen, setzen Impulse in der Lehre und entwickeln Lösungen. Als Universität Bremen bieten wir ein breites Fächerspektrum und ein lebendiges Miteinander von disziplinärer Arbeit und interdisziplinärer Zusammenarbeit. Unsere Studiengänge verbinden fachliche Kompetenzen kombiniert mit der Fähigkeit zum Perspektivwechsel und der Kommunikationsfähigkeit über Fächergrenzen hinweg.

Gute Arbeitsbedingungen in Wissenschaft, Technik und Verwaltung sowie gute Studienbedingungen sind notwendige Grundlage für die Umsetzung unserer Ziele. Selbstkritisch und konstruktiv verbessern und entwickeln wir diese Bedingungen daher stetig weiter.

Gesellschaftliche Verantwortung übernehmen

Wissenschaft ist Teil gesellschaftlicher Zusammenhänge. Die Universität Bremen ist sich ihrer Verantwortung in der Gesellschaft sowie für Natur und Umwelt bewusst. Wir sind Demokratie und Frieden verpflichtet und verfolgen nur zivile Zwecke. Forschende, Lehrende und Lernende finden in und mit der Gesellschaft bestmögliche Antworten auf Zukunftsfragen und drängende Probleme unserer Zeit.

Mit einem breiten Verständnis von Wissens- und Technologietransfer tritt die Universität auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene in den Austausch. Für uns ist Transfer stets wissenschaftsbasiert und bezieht die gesamte Gesellschaft ein.

Eine nachhaltige, klimagerechte und klimaneutrale Zukunft erfordert transnationale Zusammenarbeit. Durch unsere international vernetzte Forschung und Lehre leisten wir dazu einen Beitrag. Unsere europäischen und internationalen Studienangebote sowie Forschungskooperationen schaffen Möglichkeiten, um uns den Herausforderungen unserer Zeit in einem globalen Rahmen zu stellen.

Chancengleichheit verwirklichen und Diskriminierung entgegentreten

Die Vielfalt unserer Studierenden und Mitarbeitenden, ihre Potenziale und Perspektiven sind eine große Bereicherung. Wir erkennen an, ein Arbeits- und Bildungsort mit Widersprüchen und Spannungen zu sein. Wir setzen uns mit den für Hochschulen spezifischen Macht- und Hierarchieverhältnissen kritisch auseinander. Dabei berücksichtigen wir die intersektionale Überschneidung und Gleichzeitigkeit verschiedener Dimensionen von Vielfalt. Wir sind uns bewusst, dass daraus Ungleichheiten und Konflikte resultieren, mit denen wir verantwortungsvoll umgehen. Daher arbeiten wir an verlässlichen Strukturen, Praktiken und Haltungen, die Diversität fördern und antidiskriminierend sind. Wir gestalten gemeinsam eine inklusive Universität, an der wir einander respektvoll begegnen

 

https://www.presseportal.de/pm/100150/5649907
Foto: Matej Meza / Universität Bremen

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