14. April 2023 / Weltnews

Bundesgartenschau startet mit Bundespräsident Steinmeier

Seit 1951 bringen Bundesgartenschauen eine Extraportion Grün in die Städte. In Mannheim werden dieses Mal aus einem ehemaligen Depot der US-Army ein Blumenmeer, eine Baumschule und ein Experimentierfeld.

Letzte Vorbereitungen auf dem Gelände der Bundesgartenschau.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird am Freitag die Bundesgartenschau (Buga 23) in Mannheim feierlich eröffnen. Geladen sind rund 1700 Gäste, darunter Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne), Mannheims Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD), Landtagspräsidentin Muhterem Aras (Grüne) und Mitglieder des Land- und Bundestags.

Musikalisch begleitet wird der Auftakt von einer Uraufführung des Haifa Symphony Orchestras sowie der Musiker Ziggy Has Ardeur und Konstantin Gropper (Get Well Soon). Im Anschluss werden Buga-23-Geschäftsführer Michael Schnellbach und Stadtoberhaupt Kurz den Bundespräsidenten sowie Ministerpräsident Kretschmann über das Gelände führen.

«Güne Oasen, die auf Dauer erhalten bleiben»

Steinmeier hatte zuvor die Blumen- und Gartenschau als große Chance für Mannheim bezeichnet. «Es entstehen grüne Oasen, die der Stadt auf Dauer erhalten bleiben», hatte er gesagt. Die alle zwei Jahre ausgerichtete Bundesgartenschau schaffe öffentliche Orte, «an denen sich Menschen begegnen und sich austauschen können, an denen Familien und Freunde ihre freie Zeit miteinander verbringen und sich erholen».

Nach 1975 ist Mannheim zum zweiten Mal Ausrichter der Buga, die letzte hatte in Erfurt stattgefunden. Bis zum 8. Oktober sollen in Mannheim nicht nur Blumen und Gärten im Vordergrund stehen, sondern auch die Zukunftsthemen Klima, Energie, Umwelt und Nahrungssicherung.

Über 58.000 Dauerkarten sind bislang verkauft worden. «Das hat unsere Erwartungen übertroffen», sagte eine Sprecherin. Überdies seien schon 87.000 Tageskarten weggegangen. Insgesamt wird mit mehr als zwei Millionen Besucherinnen und Besuchern gerechnet.

Seilbahn fährt mit Ökostrom

Die Mannheimer haben sich auf die Fahnen geschrieben, die nachhaltigste aller Bugas zu werden. Der Clou ist eine mit Ökostrom betriebene und an anderen Orten wieder verwendbare Seilbahn, die die beiden Buga-Teile miteinander verbindet: ein 80 Hektar großes Gelände rund um die frühere amerikanische Spinelli-Kaserne und der nach englischem Vorbild gestaltete Luisenpark. Die Fahrt dauert acht Minuten und ist kostenlos.

Im Luisenpark erwarten ein Südamerikahaus mit tropischen Schmetterlingen, Krallenäffchen und Leguanen sowie eine neue Unterwasserwelt und ein neues Pinguin-Gehege die Besucher. Im größten original chinesischen Teehaus Europas können die Gäste zur Ruhe kommen. Der preisgekrönte Kameliengarten in der Kulisse der Pagode lädt zum Wandeln in einer rosafarbenen, roten und weißen Blütenpracht ein.

Die sogenannte U-Halle, die die US-Army einst als Lager nutzte, ist das Herz der Buga. Dort greifen 19 Blumenhallenschauen verschiedene Themen auf, unter anderem die Geschichte der Amerikaner in der Stadt, eine Vision von Glück und Erinnerungen an die 90er Jahre. Der Chemiekonzern BASF aus Mannheims Nachbarstadt Ludwigshafen lädt im Spinelli-Park zu einer interaktiven Ausstellung ein, in der mehr über Lebensmittelverpackungen, Yogamatten und Fliesen aus recyceltem Material zu erfahren ist.

Nachhaltigkeit und Klimaschutz im Fokus

Als architektonisches Glanzlicht gilt der Panoramasteg im Spinelli-Park. Von dem 81 Meter langen und 12 Meter hohen Steg kann man über die Stadt und das gesamte Buga-Gelände blicken. Auf einem Experimentierfeld stehen 2023 klimaresiliente Zukunftsbäume, die nach der Buga in der ganzen Stadt verteilt werden. Zudem beschäftigen sich dort 17 Gärten mit Nachhaltigkeitszielen wie Klimaschutz. Das Projekt PeePower erforscht Stromgewinnung aus Urin.

Auch Kulturfans kommen auf ihre Kosten: Das Programm umfasst rund 5000 verschiedene Veranstaltungen, darunter Konzerte und ein eigens produziertes Musical über das Leben der Mannheimer Soulsängerin Joy Fleming (1944 bis 2017). Die Buga an sich kostete rund 60 Millionen Euro, die durch Ticketverkauf, Sponsoring und Verpachtungen wieder hereingeholt werden sollen. Hinzu kommen 135 Millionen Euro für verschiedene städtebauliche Projekte, die im Zusammenhang mit dem Mega-Event geplant wurden.


Bildnachweis: © Uwe Anspach/dpa
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