9. Januar 2024 / Weltnews

Amoklauf in Prag: Untersuchung sieht keine Polizei-Fehler

Nach der Schusswaffenattacke an der Prager Karls-Universität stellte sich die Polizei der Frage, ob fehlerhaft gehandelt wurde. Es gab viel Kritik an der Polizei. Ist diese gerechtfertigt?

Die Titelseiten tschechischer Tageszeitungen nach der tragischen Schusswaffenattacke an der Philosophischen Fakultät der Karls-Universität.

Knapp drei Wochen nach dem Amoklauf an der Prager Karls-Universität hat eine interne Untersuchung der tschechischen Polizei keine Fehler bei dem Einsatz gegen den Schützen festgestellt. Die beteiligten Beamten hätten schnell und professionell gehandelt, sagte der Leiter der Innenrevision, Michal Tikovsky, in Prag.

Bei der Tat an der geisteswissenschaftlichen Fakultät unweit der Karlsbrücke hatte ein Student am 21. Dezember 14 Menschen erschossen. 25 Personen wurden verletzt, von denen derzeit acht weiter im Krankenhaus behandelt werden.

Der Schütze habe sich selbst erschossen, als er sich bereits im Fadenkreuz eines Scharfschützen befunden habe, hieß es nun. Das Motiv sei weiter Gegenstand von Ermittlungen.

Fehleinschätzung?

Tikovsky räumte ein, dass nach dem Schützen bereits vor der Tat an der Uni gefahndet wurde, nachdem er zu Hause seinen Vater getötet hatte. Die Polizei sei aber zu diesem Zeitpunkt davon ausgegangen, dass er suizidale Absichten habe und eine Vorlesung in einem anderen Unigebäude besuchen würde. Zuvor hatte es in den Medien Kritik daran gegeben, dass die Gebäude der Fakultät nicht gleich alle vorsorglich geräumt wurden.

Der tschechische Polizeipräsident Martin Vondrasek kündigte an, mehrere Lehren aus dem Einsatz zu ziehen. Unter anderem soll die Ausbildung normaler Streifenpolizisten in Einsatztaktik und Schusswaffengebrauch verbessert werden. Die Informationssysteme der Polizei sollen miteinander verknüpft, die Analysefähigkeiten gestärkt und die Krisenkommunikation verbessert werden.

Gegen 93 Verdächtige laufen demnach strafrechtliche Ermittlungen unter anderem wegen Gutheißung des brutalen Angriffs in den sozialen Medien und Nachahmungsdrohungen. Nach der Schusswaffenattacke hatte Tschechien kurz vor Weihnachten einen Tag der Staatstrauer begangen, um der Opfer zu gedenken.


Bildnachweis: © Šulová Kateøina/CTK/dpa
Copyright 2024, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Kampfansage an SUV: Paris verdreifacht Parkgebühren
Weltnews

Für besonders schwere Autos werden in Paris die Parkgebühren ab September verdreifacht. Das ist das Ergebnis eines Bürgerentscheids. Ist der Schritt auch ein Vorbild für Deutschland?

weiterlesen...
Stadtbahn-Unfall in Stuttgart - Fahrgast reanimiert
Weltnews

Bei einem schweren Unfall zwischen zwei Stadtbahnen in Stuttgart gibt es zahlreiche Verletzte. Ein Fahrgast muss reanimiert werden.

weiterlesen...
Starke Sonneneruption ohne große Folgen
Weltnews

Die Oberfläche der Sonne brodelt wieder stark. Es gibt einen riesigen Sonnensturm. Auf der Erde sind diesmal jedoch kaum Auswirkungen zu spüren.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Tötete ein Soldat vier Menschen? Die Aufarbeitung läuft
Weltnews

In der Nacht zu Freitag fallen in zwei niedersächsischen Gemeinden Schüsse. Vier Menschen sind tot, darunter ein Kind. Die Ermittler verdächtigen einen Bundeswehrsoldaten.

weiterlesen...
Mann in Stockholm erschossen - Verdacht auf Bandengewalt
Weltnews

Schwden kämpft seit Jahren gegen die organisierte Kriminalität. Nach Schätzungen der Polizei haben Tausende Verbindungen zu kriminellen Netzwerken.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Tötete ein Soldat vier Menschen? Die Aufarbeitung läuft
Weltnews

In der Nacht zu Freitag fallen in zwei niedersächsischen Gemeinden Schüsse. Vier Menschen sind tot, darunter ein Kind. Die Ermittler verdächtigen einen Bundeswehrsoldaten.

weiterlesen...
Mann in Stockholm erschossen - Verdacht auf Bandengewalt
Weltnews

Schwden kämpft seit Jahren gegen die organisierte Kriminalität. Nach Schätzungen der Polizei haben Tausende Verbindungen zu kriminellen Netzwerken.

weiterlesen...
ANZEIGE – Premiumpartner